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Wie lässt sich der Strompreis auf 15 Cent senken ?

  • 1. Mai
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 5. Mai

Welche Möglichkeiten gibt es, um den Strompreis in Deutschland auf 15 Cent mehr als zu halbieren ? Anscheinend gibt es KEINE.  Bisher haben alle Bundesregierungen nichts dafür getan. Auch Bundeswirschaftsministerin Reiche hat keine Ideen. Verständlicherweise, denn es scheint das Sie lieber die Interessen der Gas-Lobby vertritt,  als für uns Bürger Lösungen zu finden. Dazu später mehr. Erst einmal eine umfassende Analyse — zuerst die aktuellen Fakten, dann die konkreten Hebel zur Preissenkung. 

Der aktuelle Strompreis in Deutschland

Bestandskunden zahlen im April 2026 durchschnittlich 32,8 Cent pro kWh. Grundversorgte Haushalte zahlen sogar durchschnittlich 42,83 Cent pro kWh. Die Zusammensetzung des Preises ist der Schlüssel zur Lösung:

Steuereinnahmen des Staates durch Strom

Der Staat kassiert beim Strom auf mehreren Ebenen gleichzeitig:

Die Stromsteuer allein brachte 2024 rund 5,2 Milliarden Euro ein. Der Steuersatz liegt seit 2003 unverändert bei 20,50 Euro je Megawattstunde. Dazu kommt die Mehrwertsteuer: Laut BDEW flossen Anfang 2025 im Schnitt rund sechs Cent/kWh als Mehrwertsteuer an den Staat  — das entspricht bei einem deutschen Gesamtstromverbrauch von rund 500 TWh einem Mehrwertsteueraufkommen von etwa 15–20 Milliarden Euro aus dem Stromsektor. 

In der Summe kassiert der Staat durch Strom jährlich ungefähr: 


Zum Vergleich: In 2019 lagen die stromgebundenen Steuern noch bei 31,7 Milliarden Euro — durch die Abschaffung der EEG-Umlage 2022 sanken sie auf rund 9,8 Milliarden Euro (ohne MwSt.). 

Wie lässt sich der Strompreis auf 15 Cent senken?

Um von ~32 Cent auf 15 Cent zu kommen, müssen ~17–23 Cent eingespart werden. Das ist nur mit einem Maßnahmenpaket auf allen Ebenen möglich:


Das Fazit: 15 Cent sind möglich — aber nicht mit Gaskraftwerken 

Das Kernproblem ist der europäische Merit-Order-Mechanismus: Der Börsenstrompreis lag 2025 bei 8,65 Cent/kWh — der Endverbraucher zahlt jedoch das Vierfache.  Der Unterschied sind Steuern, Netzkosten und Marktversagen.

Konkret braucht Deutschland drei Dinge gleichzeitig: 

1. Sofortige Steuersenkung — Mehrwertsteuer auf 7%, Stromsteuer auf EU-Minimum. Das wäre allein schon ein Minus von 6–7 Cent. Die versprochene Steuersenkung bei der Stromsteuer wurde Ende Juni 2025 von der Regierung abgesagt — private Haushalte werden vorerst nicht entlastet. Das ist politisches Versagen auf Knopfdruck. 

2. Erneuerbaren-Turbo statt Gasausbau — Bereits 2025 kam es an 389 Stunden zu negativen Börsenpreisen, weil so viel günstiger Ökostrom im Netz war. Mehr Erneuerbare = strukturell niedrigere Preise. Neue Gaskraftwerke tun das Gegenteil: Sie sichern das teuerste Glied in der Preiskette. Hier stellt sich die Frage: Warum, Frau Reiche, trotz besseren Wissens priorisieren Sie weiterhin Gaskraftwerke ? 

3. Marktreform auf EU-Ebene — Der Gas-Preis darf nicht dauerhaft den Strompreis diktieren, wenn zwei Drittel des Stroms bereits günstiger erzeugt werden. Hier liegt der größte Hebel — und hier ist am meisten politischer Mut gefragt. 

15 Cent sind kein Traum.Es sind Rechenaufgaben. Wer sie nicht löst, hat entweder das falsche Handwerkszeug — oder die falschen Auftraggeber. 

„Unmöglich"? Sagt wer — und vor allem: Warum? Man will uns für dumm verkaufen

Man erzählt uns seit Jahren dasselbe Märchen: Die hohen Strompreise in Deutschland sind unvermeidbar. Strukturell bedingt. Alternativlos.

Eine Lüge. Belegbar. Mit Zahlen.

Deutschland hat im europäischen Vergleich den höchsten Strompreis aller EU-Länder — 38,35 Cent pro Kilowattstunde im ersten Halbjahr 2025. Und jetzt kommt der Teil, den unsere Politiker nicht gerne laut sagen:

Spanien zahlt 20 Cent. Portugal 13 Cent. Norwegen und Schweden unter 18 Cent. Polen 9 Cent. Bulgarien unter 11 Cent. (ohne Stromsteuer)

Länder, die wirtschaftlich schwächer sind als Deutschland. Länder, die technologisch weniger entwickelt sind. Länder, die deutlich weniger im Staatshaushalt haben.

Und trotzdem — billiger.

Deutschland liegt beim Strompreis 91 Prozent über dem europäischen Durchschnitt.

91 Prozent. Nicht zehn. Nicht zwanzig. Einundneunzig.


Und die Antwort unserer Wirtschaftsministerin auf diesen Skandal? Mehr Gaskraftwerke. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen.

Spanien und Portugal greifen regulierend in Netzentgelte ein. Italien entlastet Haushalte über Steuern und Abgaben. Ungarn deckelt die Preise per Staatsbeschluss. Deutschland? Greift abgesehen von punktuellen Maßnahmen kaum ein.

Das ist keine Schicksalsfrage. Das ist eine politische Entscheidung.

Denn die Stromsteuer für private Haushalte liegt weiterhin bei 2,05 Cent pro Kilowattstunde — obwohl eine Absenkung auf das EU-Mindestmaß politisch längst angekündigt war. Das EU-Mindestmaß zum Vergleich: 0,1 Cent pro kWh.

Man hat es versprochen. Und es dann einkassiert.

Das nächste Mal also, wenn jemand sagt, günstigerer Strom sei in Deutschland „nicht möglich" — fragt ihn, warum es in Bulgarien möglich ist. In Polen. In Spanien. In Ländern, die einen Bruchteil unseres Wohlstands haben.

Und wenn er keine Antwort hat, habt ihr eine: Es ist möglich. Es wird nur nicht gewollt. Fragt euch, von wem. Und für wen.

LOBBYIES zeigt den Weg — jetzt brauchen wir dich

Was fehlt, ist politischer Mut. Und der wird in Berlin leider in erschreckend geringen Mengen produziert.

LOBBYIES hat wieder einmal einen konkreten Lösungsweg aufgezeigt: Wir behaupten nicht, die einzige oder perfekte Lösung zu haben. Aber wir haben einen Ansatz, der ohne lobbyistischen Einfluss entwickelt wurde — und genau damit sollten sich die Verantwortlichen endlich ernsthaft auseinandersetzen. Ist es die einzige Lösung? Nein. Gibt es bessere? Vielleicht. Aber eines ist klar: Das jetzige System ist zum Scheitern verurteilt. Unser Lösungsansatz ist vielleicht nicht perfekt, aber der jetzige Zustand ist viel schlechter, schadet uns Bürgern und vernichtet unser Geld. Also: Wartet nicht auf die Perfektionisten, die nichts verändern. Wartet nicht auf die Politiker, die auf die nächste Wahl schielen. Und wartet nicht auf die Lobbyisten, die ihre eigenen Interessen schützen.

Handelt jetzt. Fordert Transparenz. Fordert ehrliche Lösungen. Und vor allem — fordert ein System, das für euch arbeitet, nicht gegen euch. Die Frage ist nicht, ob wir es uns leisten können, etwas zu verändern. Die Frage ist, ob wir es uns noch leisten können, es nicht zu tun. Hast Du einen besseren Ansatz: Schreib uns. In den Kommentaren, in den sozialen Medien, per E-Mail. Schreib LOBBYIES deine umsetzbaren Vorschläge. Wir lesen alles. Wir filtern, was Substanz hat. Und wir tragen es weiter.

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