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Frau Reiche bitte treten Sie zurück

  • 1. Mai
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 5. Mai


Hat Sie wirklich ihren alten Arbeitgeber den Gasnetzbetreiber Westenergie, eine Eon-Tochter, verlassen ?

(Foto: IMAGO/Bernd Elmenthaler) Ein Appell an Katherina Reiche: Ein offener Brief an die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Frau Reiche,

es gibt Momente in der Geschichte eines Landes, in denen Worte nicht mehr reichen. In denen man aufhört, höflich zu sein, und anfängt, ehrlich zu sein. Dieser Moment ist jetzt.

Deutschland befindet sich in einer der schwersten Wirtschaftskrisen der Nachkriegsgeschichte. Unternehmen wandern ab. Arbeitsplätze verschwinden. Familien kämpfen mit explodierenden Energiekosten. Der Mittelstand — das Rückgrat dieser Nation — blutet. Und an der Spitze des mächtigsten Wirtschaftsministeriums Europas sitzt eine Frau, die mit E-Mail-Überwachung beschäftigt ist.

Das ist keine Politik mehr. Das ist eine Tragödie. Deutschland kann sich diese Zeit nicht leisten

Jeder Tag, den Sie im Amt verbringen, ohne eine klare Vision, ohne einen mutigen Plan, ohne das Vertrauen Ihrer eigenen Mitarbeiter, ist kein neutraler Tag. Es ist ein verlorener Tag. Und verlorene Tage in dieser Krise haben einen Namen: sie heißen geschlossene Fabriken, gestrichene Stellen, zerbrochene Existenzen.

Während andere Länder ihre Industrie mit gezielten Strategien in die Zukunft führen, während unsere europäischen Nachbarn in grüne Technologien, Digitalisierung und Energieunabhängigkeit investieren, dreht sich in Ihrem Ministerium die Debatte darum, wer ein internes Dokument geleakt hat. Das ist kein Führen eines Ministeriums. Das ist das Verwalten des eigenen Misstrauens.

Es ist keine Schwäche zu gehen — es ist Stärke

Frau Reiche, bitte verstehen Sie diesen Appell nicht als Angriff auf Ihre Person. Es geht nicht darum, Sie zu demütigen. Es geht um etwas viel Größeres: um dieses Land. Um 84 Millionen Menschen, die eine handlungsfähige Wirtschaftspolitik verdienen.

Die wahre Schwäche liegt nicht im Eingestehen von Überforderung. Die wahre Schwäche liegt darin, es zu wissen — und trotzdem zu bleiben. Aus Sturheit. Aus Geltungsdrang. Oder weil vier Jahre Chauffeur und eine volle Pension locken.

Die Geschichte erinnert sich nicht an Minister, die lange im Amt waren. Sie erinnert sich an jene, die in entscheidenden Momenten das Richtige taten — auch wenn es das Schwerste war.

Was auf dem Spiel steht

Es geht nicht um Sie, Frau Reiche. Es geht um:

Den Handwerksmeister in Sachsen, der seine Energiekosten nicht mehr stemmen kann. Die Ingenieurin in Bayern, deren Unternehmen über Standortverlagerung nachdenkt. Den Rentner in Nordrhein-Westfalen, der im Winter die Heizung dreht, weil der Strom zu teuer ist. Den Gründer in Berlin, der auf verlässliche politische Rahmenbedingungen wartet — und wartet — und wartet.

Diese Menschen haben keine Zeit mehr. Sie verdienen eine Wirtschaftsministerin — oder einen Wirtschaftsminister — der brennt, der kämpft, der Mut hat. Der nicht die Sprache der Konzerne spricht, sondern die Sprache der Bürger. Der Appell Frau Reiche, legen Sie Ihr Amt nieder.

Nicht weil Ihre Gegner es fordern. Nicht weil die Medien es schreiben. Sondern weil Sie es— in einem stillen, ehrlichen Moment — selbst wissen.

Treten Sie zurück mit erhobenem Haupt. Sagen Sie: „Ich habe erkannt, dass dieses Amt mehr verlangt, als ich geben kann. Deutschland braucht jemanden anderen." Das wäre kein Scheitern. Das wäre der mutigste Satz, den Sie je gesprochen hätten.

Deutschland ist es wert. Seine Bürgerinnen und Bürger sind es wert. Und vielleicht — ganz im Stillen — sind auch Sie es wert, mit Würde abzutreten, anstatt in Chaos und Skandalen zu versinken.

Die Uhr tickt. Und Deutschland kann nicht länger warten.

oder soll das so weitergehen Man stelle sich vor: Ein Unternehmen stellt eine neue Chefin ein. Innerhalb weniger Monate durchsucht sie die E-Mails ihrer eigenen Mitarbeiter, lagert die Kernaufgaben ihrer Behörde für zwei Millionen Euro an externe Berater aus, und ihr wichtigstes wirtschaftspolitisches Konzept klingt verdächtig nach dem Wunschzettel von RWE und Eon. Klingt nach einem schlechten Film? Willkommen im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unter Katherina Reiche.

Die Lobbyistin als Ministerin — oder: Wer schreibt hier eigentlich die Gesetze?

Reiche war bis kurz vor ihrem Amtsantritt Vorstandsvorsitzende von Westenergie, einer Eon-Tochter und einem der größten Gasnetzbetreiber Deutschlands. Was macht man nach so einer Karriere? Man wird Wirtschaftsministerin. Logisch. Und dann? Laut Medienberichten finden sich ihre damaligen Forderungen als Konzernchefin fast wortgleich in den aktuellen Gesetzesentwürfen wieder. Das nennt man Effizienz: Warum neue Ideen entwickeln, wenn man die alten einfach mitnimmt?

Der Wechsel von der Gaslobby ins Wirtschaftsministerium ist übrigens so ungewöhnlich wie ein Fuchs, der die Hühnerhaltung übernimmt — aber immerhin weiß man nun, wessen Hühner er bevorzugt.


2.000 Mitarbeiter? Wozu, wenn man externe Berater hat!

Bundeswirtschaftsministerin Reiche lässt zentrale Aufgaben ihres eigenen Hauses für rund zwei Millionen Euro an ein externes Unternehmen auslagern — während der Steuerzahler bereits über 2.000 Ministeriumsmitarbeiter finanziert.  Und die Begründung? Die ausgelagerten Aufgaben würden „das Herzstück der Verwaltung" und „originäre ministerielle Kernaufgaben" betreffen — Tätigkeiten, die „von niemandem im Ministerium erbracht werden" könnten. 

Man reibt sich verwundert die Augen. Über 2.000 Beamte, und niemand kann die Kernaufgaben des Ministeriums erledigen? Das ist entweder das größte Kompetenzloch seit der Erfindung der Bürokratie — oder ein Zeugnis über die Führungsqualitäten der Ministerin selbst. Ihr Ministerium ist zudem Spitzenreiter bei den Kosten für Visagisten und Friseure innerhalb der gesamten Bundesregierung. Gut aussehen kann sie also. Regieren: Fehlanzeige.

Die E-Mail-Affäre: Vertrauen ist gut, Überwachung ist besser

Was tut eine Ministerin, wenn interne Dokumente an die Presse gelangen? Einfühlung zeigen? Das eigene Handeln hinterfragen? Nicht Reiche. Ende Januar wurden 36 E-Mail-Konten von 27 Beschäftigten im Ministerium durchleuchtet — und das in einem Ausmaß, das weit größer war als zunächst eingestanden. Der Grüne Bundestagsabgeordnete Michael Kellner sprach von „toxischem Führungsverhalten" und bezeichnete die Methoden als „Bespitzelung, Rauswürfe und Strafversetzungen".

Nun könnte man fragen: Warum leaken eigentlich so viele Mitarbeiter so fleißig? Die Leaks kommen offenbar von Mitarbeitern, die alarmiert sind über das, was ihre Chefin plant. Das ist so etwas wie eine interne Notbremse — man könnte es auch demokratischen Instinkt nennen.

Der Zehn-Punkte-Plan: Ein Meisterwerk der Déjà-vu-Politik

Reiches Zehn-Punkte-Plan sorgte für Kritik, weil er auffällige Ähnlichkeit zum Papier der Energiekonzerne Eon und RWE aufwies. Wikipedia Die große Vision für Deutschlands Wirtschaft — offenbar Co-Autor: die Gaslobby. Das nennt man modernes Outsourcing: Nicht nur die Beratungsaufgaben, sondern auch das Denken wird ausgelagert.

Gaskraftwerke statt Zukunft: Deutschland 2025, das neue 1985

Während die Welt über KI, Wasserstoff und erneuerbare Energien redet, lautet Reiches Antwort auf die Energiekrise: mehr Gas. Im Ringen um Gaskraftwerke zeichnete sich sogar eine Niederlage mit der EU ab. Wikipedia Chapeau. Es ist eine seltene Leistung, gleichzeitig die Zukunft zu verpassen und dabei auch noch von Brüssel zurückgepfiffen zu werden.

Das Fazit: Eine Reform ist überfällig

Frau Reiche ist kein Einzelfall. Sie ist das Symptom eines Systems, das Ministerposten nach Parteibuch vergibt statt nach Kompetenz. In der Privatwirtschaft würde man nach einem Jahr dieser Performance das Gespräch suchen — und es wäre ein kurzes. In der Politik darf man vier Jahre weitermachen, chauffiert werden und am Ende die volle Pension einstreichen.

Vielleicht braucht Deutschland tatsächlich das, was dem Autor vorschwebt: einen Einstellungstest für Minister. Kein Abitur der Machtarithmetik, sondern eine echte Prüfung — Wirtschaftskompetenz, Führungsfähigkeit, Weitblick. Wer durchfällt, darf gerne Lobbyist bleiben. Dort kennt man ihn ja bereits.

Hinweis: Dieser Artikel ist Satire und Meinungskommentar — aber leider auch weitgehend Realität.

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